Kiel-Gaarden, den 02.01.2026
"Die sich weiterhin daneben benehmen,
stimmen zu, wenn wir öffentlich werden, um sie zu kriegen.
Wenn das die Familie und die Nachbarn erfahren."
schallt es jedem, der zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs ist, um von der Hörnbrücke und dem Germaniahafen über die Gaardener Brücke zum Vinetaplatz zu kommen. In Endlosschleife erschallt die Stimme im Fahrstuhl der Gaardener Brücke. In der Kabine sind an zwei Ecken der Decke Kameras aufgehängt. Unten vor dem Fahrstuhl kein Hinweis auf die Kameras. Im Fahrstuhl ebenfalls kein Hinweis auf den Betreiber der Kameras. Aber die Ansage droht einem schon mal an, dass die Video-Aufzeichnungen veröffentlicht werden.
Anfang 2025 gab es überhaupt kein Schild, das einem irgendwie mitteilte, wer einen hier überwacht und im Zweifel mit den Bildern an die Öffentlichkeit gehen will. Seit August 2025 hängt jetzt ein Schild und benennt das Tiefbauamt der Stadt Kiel als Kamera-Betreiber.
2021 gab es zusätzlich sogar noch ein Schild
"Die Zuwiderhandlung gilt als
Einverständnis zur Veröffentlichung in den Sozialen Medien!"
Eine Person fand das damals gar nicht witzig und hat sich deshalb an das Verwaltungsgericht Schleswig gewendet. Mit Beschluss vom 09.09.2021 zum Aktenzeichen 8 B 34/21 hat gesagt: Sie hätten sich ja erst einmal bei der Stadt Kiel beschweren können, die hätten bestimmt auf Sie gehört. – 241€ Gerichtskosten für nichts.
Die Knooper Zeitung hat am 29.2.24 bei der Stadt Kiel nähere Informationen zu der Kamera-Überwachung angefragt und am 14.05.2024 bekommen:
Die Ersteinrichtung des Kamera-Systems hat etwa 10.000 Euro gekostet, das Nachrüsten einer wasserdichten Festplatte im Jahr 2023 hat weitere 5.700 Euro gekostet. Der Betrieb kostet etwa 1000 Euro pro Jahr, darin eingeschlossen die Kosten für WLAN und Strom. Benutzt wird die AXIS M3046-V Network Camera in HD-Auflösung 1920x1080 mit 25/30 fps und 50/60 Hz. Nur im Fall der Bewegungserkennung wird gefilmt.
Seit 30.11.2024 ist die Landesbeauftragte für Datenschutz unter dem Aktenzeichen LD5.4-48.01/24.008 mit der Stadt Kiel "in einem konstruktiven Austausch zur Herstellung eines datenschutzkonformen Zustandes", teilte diese auf Anfrage der Knooper Zeitung am 02.12.2025 mit,
um zum Beispiel zu klären, ob es überhaupt irgendeine Rechtsgrundlage gibt, hier zu filmen.